Wie der Selbstbehalt berechnet wird

Taschenrechner und GeldDer Selbstbehalt ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Für die konkrete Berechnung spielen das eigene Einkommen, die eigenen Lebensumstände und die Art und Anzahl der Unterhaltsempfänger eine Rolle. Alle diese Faktoren müssen bekannt sein, um den Selbstbehalt korrekt berechnen zu können.

Den Selbstbehalt richtig berechnen

Zwei Faktoren sind von zentraler Bedeutung bei der Berechnung des Selbstbehaltes. Die allgemeine Höhe richtet sich immer danach, wem der Unterhalt geschuldet wird. Es gibt fünf Ausgangsbeträge beim Selbstbehalt:

  • 770 Euro bei nicht erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen, die privilegierten Kindern Unterhalt zahlen müssen
  • 950 Euro bei erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen, die privilegierten Kindern Unterhalt zahlen müssen
  • 1050 Euro bei Unterhaltspflichtigen, die getrennt lebenden oder geschiedenen Ehegatten oder dem Elternteil eines nichtehelichen Kindes Unterhalt zahlen müssen
  • 1150 Euro bei Unterhaltspflichtigen, die nicht-privilegierten Kindern Unterhalt zahlen müssen
  • 1500 Euro bei Unterhaltspflichtigen, die Eltern oder vormals wirtschaftlich selbstständigen Kindern Unterhalt zahlen müssen

Privilegierte Kinder sind Kinder bis zum Alter von 21 Jahren, die noch im Haus leben und noch keine Berufsausbildung begonnen haben. Zusätzlich steigt der Betrag mit höherem Einkommen. Bei einem Einkommen zwischen 1.500 Euro und 1.900 Euro liegt der Bedarfskontrollbetrag bei 1.050 Euro und steigt danach für jede angefangenen, weiteren 400 Euro um 100 Euro. Das gilt nicht für den Elternunterhalt. Hier gilt ein Selbstbehalt von 1.500 Euro, der mit jedem Euro darüber um 50 Cent steigt. Bei 2.000 Euro beträgt er also 1.750 Euro.

Im Streitfall entscheiden die Gerichte

Auch wenn man den Selbstbehalt relativ leicht berechnen kann, können Gerichte anderer Meinung sein und bestimmte Faktoren anders werten. Da die Düsseldorfer Tabelle keine verbindliche Rechtskraft hat, ist die Berechnung des Selbstbehalts immer nur ein Anhaltspunkt. Deshalb sollte man die Berechnung des Selbstbehalts und Unterhalts möglichst mit dem ehemaligen Partner zusammen machen und so eine teure gerichtliche Auseinandersetzung vermeiden. Gibt es Streit bei der Berechnung, kann man sich gemeinsam an einen Fachanwalt wenden, der die Berechnung unter Berücksichtigung aller Faktoren vornimmt. So spart man doppelte Anwaltsgebühren und die Gerichtskosten, erhält aber trotzdem eine Berechnung von einem unabhängigen Dritten.

Picture: Erwin Wodicka – FotoliaSimilar Posts:

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